Förderverein der Archenhold-Sternwarte
und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e.V.

Blick in die Sternenwelt

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› Print-Ausgabe
› Über die Ephemeriden des Kalenders
› Zeitgleichung zum Jahreswechsel
› Kleinplanet (4) Vesta 2021
› Sternbedeckungen durch Kleinplaneten
› Die Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Blick in die Sernenwelt 2021
Ausgabe 2021

Der Kalender „Blick in die Sternenwelt“, kurz "Sternkalender", soll den Freunden der Himmelskunde als kleines astronomisches Jahrbuch eine nützliche Hilfe bei ihren Beobachtungen sein. Er wendet sich an Beobachter, die mit bloßem Auge, Feldstecher oder Fernrohren das Geschehen am Sternhimmel verfolgen. Als Hilfsmittel für Astronomiekurse an den Schulen und Gymnasien sowie in Volks- und Amateursternwarten kann der Sternkalender das grundlegende Zahlenmaterial für Beobachtungen liefern.
Der Kalender erscheint jährlich und ist lieferbar. Wegen der aktuellen Situation bieten wir einen Versand an. Bei Interesse überweisen Sie bitte 3.-€ auf das Vereinskonto IBAN DE74 1009 0000 3946 3370 04 und schicken einen mit 1,55 EUR frankierten B5-Umschlag, adressiert an Sie selbst, an die Archenhold-Sternwarte, Förderverein, Alt-Treptow 1, 12435 Berlin.

Wie bisher entstammt das Kapitel "Die Erscheinungen der Jupitermonde" in bewährter Weise komplett der Feder von Eckehard Rothenberg. Erstmalig ab 2021 unterstützen weitere Autoren den "Sternkalender": Konrad Guhl erarbeitete die Mond-Konjunktionen und die monatlichen Planetenstellungen. Dr. Jürgen Rose verfasste die Astronomischen Jubiläen auf S. 52.

Der gedruckte Sternkalender hat 52 Seiten. Dabei soll es auch bleiben. Die eine oder andere zusätzliche Information ist an dieser Stelle zu finden, die den Rahmen des gedruckten Heftes gesprengt hätte.
Schauen Sie immer wiedermal hier rein; diese Seite wird immer wieder aktualisiert.

Inhalt der Print-Ausgabe 2021

    • Verzeichnis der Sternbilder 2.US
    • Erläuterungen, Danksagungen 3
    • Sternkarten der Äquatorzone 6
    • Monatstabellen 8
    • Uranus und Neptun 32
    • Heliozentrische Planetenbewegung 33
    • Apsiden des Mondes 34
    • Kleine Planeten 34
    • Zwergplaneten, Kometen 35
    • Sonnen- und Mondfinsternisse 36
    • Sternbedeckungen durch den Mond und durch Kleinplaneten 37
    • Zeitgleichung 38
    • Sternzeit 39
    • Gegenseitige Jupitermonderscheinungen 40
    • Großer Roter Fleck des Jupiters 40
    • Die Erscheinungen der Jupitermonde 41
    • Saturnmonde 50
    • Astronomisch–physikalische Gedenktage 52
    • Meteorströme 3.US

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Geozentrische und topozentrische Ephemeriden, UT versus TT

Lange Zeit wurden in diesem Kalender geozentrische Ephemeriden auf der Zeitbasis Terrestrische Zeit (TT) gegeben. Auf dieser Basis kann man hoch genaue Zeiten astronomischer Ereignisse für viele Jahre im Voraus rechnen. Frühere Software ließ dem Nutzer keine Wahl - sie gab nur diese Werte aus.
Diese Daten haben aber zwei Nachteile: Da wir aus gutem Grunde nicht vom Erdmittelpunkt aus beobachten, ergeben sich abweichende Daten für den tatsächlichen Beobachtungsort auf der Erdoberfläche. Auch muss man den Bezug zur Terrestrischen Zeit immer erst herstellen, also umrechnen.
Der "Sternkalender" ersetzt nicht den "Astronomical Almanac", sondern er ist ein kleines Handbuch für astronomische Beobachter, welches für den Großraum Berlin ausreichend genaue Daten liefert. Die angegebenen Koordinaten sind meist auf die zehntel Bogenminute genau - so genau kann man kaum ein Teleskop einstellen. Der Bezug auf unsere Mitteleuropäische Zeit (MEZ) birgt so geringe Ungenauigkeiten (2021: ca. +2,5s), dass diese Fehler noch unter der Genauigkeitsgrenze der Zahlenwerte des Kalenders sind.
Seit 2015 werden die Ephemeriden als scheinbare topozentrische Daten, bezogen auf MEZ, angegeben - diese Werte stellt man tatsächlich ein. Da den Autor früher stets störte, erst umrechnen zu müssen, lag die Entscheidung zugunsten topozentrischer Daten des akutellen Äquinoktiums auf der Hand..!
Hintergrund: Rechenprogramm für die Angaben in den Monatstabellen ist der "Multiyear Interactive Computer Almanac" vom U.S. Naval Observatory. MICA verwendet eine Delta-T-Vorhersage, die vom tatsächlichen Wert von Delta-T zurzeit (2021) nur um ca. plus zwei Sekunden abweicht. Die in UT oder MEZ ausgegebenen Ephemeriden weichen daher um diesen Betrag von der Wahrheit ab. Doch das liegt unter der Tabellengenauigkeit des Kalenders. Siehe auch: http://astro.ukho.gov.uk/nao/miscellanea/DeltaT/
 

Die Zeitgleichung zum Jahreswechsel

Manch einem fällt im Dezember auf, dass sich die Zeiten des Sonnenauf- und untergangs nicht gleichmäßig um die Wintersonnenwende verschieben. Man könnte ja annehmen, dass die Sonne bis zum Winteranfang immer später auf- und früher untergeht und sich das danach gleichmäßig umkehrt. Doch das ist nicht so.
Wegen der Sonnennähe der Erde Anfang Januar ist sie nach den Keplerschen Gesetzen zu dieser Zeit etwas schneller als durchschnittlich auf ihrer Bahn um die Sonne unterwegs. Unter anderem deshalb gibt es die größten Abweichungen der wahren Sonnenzeit von der mittleren Zeit Anfang November (+16,5 min) und Anfang Februar (-14,5min).
Und so kommt es, dass der späteste Sonnenaufgang nicht etwa zur Wintersonnenwende um den 21.12., sondern erst am 30.12. stattfindet.
Der früheste Sonnenuntergang ereignet sich bereits am 12.12., so dass es zur Wintersonnenwende schon wieder (etwas) länger hell bleibt!
In der folgenden Grafik soll das grafisch verdeutlicht werden. Blau: Sonnenaufgang; Orange: Kulmination der Sonne; Grün: Sonnenuntergang.
Die treppenförmige Kurve ist der nur minutengenauen Ausgabe der Zeiten in MICA geschuldet.

Für das ganze Jahr findet man die Erläuterungen zur Zeitgleichung alljährlich auf Seite 38 des Sternkalenders.

Sonnenlauf

Der Kleinplanet (4) Vesta 2021

Der Kleinplanet (4) Vesta ist der einzige Kleinplanet, den man 2021 auch ohne optische Hilfsmittel am Himmel sehen kann. Der Kleinplanet erreicht um seine Opposition am 4. März 2021 eine Helligkeit von 5,9 mag. Voraussetzung für eine freiäugige Beobachtung ist ein dunkler, mondloser Himmel. Natürlich ist ein kleines Fernglas stets nützlich.
Vesta bewegt sich im Sternbild Löwe und erreicht eine günstige Höhe über dem Horizont. Astronomisch sind das beste Voraussetzungen, den Kleinplaneten auch ohne Teleskop zu finden. Sein Lauf im Sternbild Löwe in den ersten Monaten 2021 ist auf der folgenden kleinen Karte sichtbar. Vesta 2021

Sternbedeckungen durch Kleinplaneten

Nicht nur der Mond, auch Kleinplaneten bedecken häufig Sterne. Diese Ereignisse sind nur in einem mehr oder weniger schmalen Streifen auf der Erde zu beobachten. Durch Unsicherheiten der Kleinplanetenpositionen ist die Vorhersage der Lage des Streifens für Monate im Voraus nicht sehr genau.
Zur Beobachtung der Ereignisse sind (kleinere) Teleskope erforderlich. Optimal ist eine dem Teleskop nachgeschaltete spezielle Videoausrüstung, die neben dem Bild auch exakte Zeitinformationen aufzeichnet. Die Beobachtungen erlauben u. a. eine genaue Größen- und Positionsbestimmung der Kleinkörper. Daher besteht ein großes Interesse der Fachastronomie an präzisen Beobachtungsdaten solcher Ereignisse. Details und aktuelle Vorhersagen findet man auf Call for Observations, http://call4obs.iota-es.de.
Quelle: Oliver Klös, Steve Preston, IOTA

Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni ist für Mitteleuropa die einzige erwähnenswerte Finsternis im Jahr 2021.
Ihr Verlauf sei hier mit anderen Grafiken erläutert als in der Print-Ausgabe.
Oben die Grafik aus dem Astronomical Almanac, darunter die Grafik von Fred Espenak von der NASA Eclipse Page (Copyrighthinweis im Bild)
Der Pfad der ringförmigen Finsternis ist hier mit "[Path] Annular" bezeichnet. Die weiteren Sichtbarkeitslinien beziehen sich auf die partielle Sichtbarkeit. Wie in der Print-Ausgabe angegeben, ist diese Finsternis bei uns "nur" als partielle Finsternis sichtbar.

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Sonnenfinsternis

Quelle: The Astronomical Almanac 2021, S. A86, U.S. Naval Observatory (copyright free U.S. Government work)

Sonnenfinsternis