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Förderverein der Archenhold-Sternwarte
und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e. V.

Newsletter 09/2020

 
 

Berlin-Treptow, 28.9.2020

Liebe Mitglieder des Fördervereins,

in diesem Newsletter wird es konkret: Der Förderverein der Archenhold-Sternwarte und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e. V. feiert sein 30-jähriges Bestehen! Ausführlichere Angaben über die unter Pandemiebedingungen geplante Festveranstaltung in der Rubrik Informationen des Fördervereins.
Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften haben wieder interessante Beobachtungsbeiträge und die Beschreibung des Eigenbaus eines Autoguiders beigetragen. Danke für diese Zusendungen!

 

Informationen des Fördervereins

Einladung zur Festveranstaltung anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Fördervereins der Archenhold-Sternwarte und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e. V.

Sehr geehrte Mitglieder unseres Fördervereins,

in schneller Reaktion auf den politischen Wandel im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde der gemeinnützige Förderverein der Archenhold-Sternwarte und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e. V. am 27. November 1990 gegründet.

Archenhold-Sternwarte und Zeiss-Großplanetarium gehörten in diesem Zeitabschnitt zu öffentlichen Kultureinrichtungen unter Neujustierung ihrer zentralen Aufgaben. Vereinskultur nach bürgerlichem Recht zu entwickeln bedeutete, Neuland zu betreten. Aufbruchsstimmung im Bewusstsein, Bewährtes humanistischer und wissenschaftlicher Volksbildung zu erhalten, bewegte astronomisch Interessierte, Amateurbeobachter, Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften und freie Mitarbeiter zu diesem Schritt.

Wir konnten aus der frühen Geschichte der Sternwarte lernen, deren Arbeit vereinsgetragen war. Die Leitung der Sternwarte und Vertreter der Berliner Politik unterstützten uns von Anfang an, und so konnten wir bruchfrei unsere Fördereinrichtungen mitgestalten.

30 Jahre unseres Bestehens reflektieren engagierte, ehrenamtliche Mitarbeit der Vereinsmitglieder mit ihren Protagonisten vielfältiger Berufe, Neigungen und fachlichen Ausrichtungen. Dabei hat sich stets bewährt, dass aus persönlichen, scheinbar anmutenden “Spielwiesen” astronomischer Vorlieben im Zusammenwirken mit den Leitungen der Einrichtungen ein würdiges Gesamtbild für die Häuser ungebrochen geformt wird.

Über all dies wird der Förderverein in seiner, nach derzeitigem, pandemiebedingtem Stand am

Freitag, 27. November 2020, um 18 Uhr im Kleinen Hörsaal der Sternwarte

geplanten Jubiläumsfeier Rechenschaft legen.

Zu dieser Veranstaltung lädt der Vorstand des Fördervereins alle Vereinsmitglieder, Weggefährten und Freunde sehr dankbar und herzlich ein.

Flankiert wird unsere Festveranstaltung durch Grußbotschaften des langjährigen früheren Direktors der Archenhold-Sternwarte und Gründungsdirektors Zeiss-Großplanetariums Berlin, unseres Ehrenmitgliedes Prof. D. B. Herrmann, durch Herrn Tim Florian Horn, Siftungsvorstand Planetarium Berlin, Direktor Zeiss-Großplanetarium Berlin und Archenhold-Sternwarte und durch Herrn Stefan Gotthold, kommissarischer Leiter Abteilung Bildung.

Zu gewiss hochinteressanten Begegnungen sorgt ein kleiner - natürlich ehrenamtlich - bereitgestellter Imbiss.

Der Vorstand des Fördervereins lädt hiermit zu dieser Veranstaltung alle Vereinsmitglieder und Weggefährten sehr dankbar und herzlich ein.

Bitte signalisieren Sie Ihre Teilnahme über unsere Mail-Kontaktadresse kontakt@astw.de

Berlin, 25.9.2020
Für den Gesamtvorstand,
Dr. Jürgen Rose

 

Aus den Arbeitsgemeinschaften

Komet Neowise über Berlin

Kometen sind "notorisch unberechenbar", wie ein Sternfreund es einmal ausgedrückt hat, und so kam es, dass noch im Juni niemand damit gerechnet hatte, dass sich der erst im März entdeckte C/2020 F3 (NEOWISE)(1,2) nach seinem Periheldurchgang am 3. Juli zu einem beeindruckenden Schauspiel entwickeln würde, während andere, im Frühjahr als vielversprechend angekündigte Kometen eher enttäuschten.

Komet NEOWISE am 12. 7. 2020, Foto: Sabine Herrmann

Am Ende der Bulgarischen Straße in Treptow, nahe dem Restaurantschiff, hat Sabine Herrmann ihr IPad mit 1 Sekunde Belichtungszeit auf den Kometen Neowise gehalten. Aufnahme am am 12. Juli 2020 um 1:33 Uhr.

Erste Sichtungen von Neowise aus Deutschland wurden um den 5.7. berichtet.(3) Zu dieser Zeit war der Komet in der Morgendämmerung am nordöstlichen Horizont im Fuhrmann beobachtbar. In den folgenden Tagen wanderte er weiter nach Westen und gewann dabei an Höhe. Am 8.7. wurde er bei uns zirkumpolar. Etwa ab dem 10.7. war er dann auch in der abendlichen Dämmerung beobachtbar und vollzog am 14.7. den endgültigen Wechsel vom Morgen- an den Abendhimmel.

Die Maximalhelligkeit betrug beim Periheldurchgang nicht beobachtbare 0,8 mag und nahm bis Anfang August stetig auf 6 mag ab.(4) Der zunehmende Horizontabstand verbesserte die Sichtbarkeit aber zunächst, wodurch das Zeitfenster der besten Sichtbarkeit zwischen dem 8. und 14. Juli gelegen haben müsste. Die Helligkeit betrug zu dieser Zeit zwischen 2,0 und 2,5 mag. In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli konnte der Komet von Berliner Sternfreunden auch unter lichtverschmutztem Himmel leicht mit bloßem Auge aufgefunden werden.

Komet NEOWISE am 11.7.2020

Komet NEOWISE am 11.7.2020
Foto: Guido Wortmann

In diesen Tagen präsentierte sich der Komet mit kondensierter gelblicher Koma und einem leicht gebogenen, ebenso gelblichen Staubschweif, der an der Basis eine deutliche Zweiteilung aufwies.

Komet NEOWISE am 12.7.2020, Foto: Thomas Winter

Komet NEOWISE am 12.7.2020
Foto: Thomas Winter

Der wesentlich schwächere Ionenschweif entwickelte sich in seiner Helligkeit langsamer und erscheint erst auf Fotos aus der darauffolgenden Woche. Die Teilung des Staubschweifes ist auf Fotos dieser Tage nicht mehr zu sehen.

Komet NEOWISE am 16.7.2020, Foto: Olaf Berthold

Komet NEOWISE am 16.7.2020
Foto: Olaf Berthold

Um den 16.7. begann die Koma sich deutlich grünlich zu verfärben. Die Gesamthelligkeit ließ eine freiäugige Sichtung aus Treptow gerade eben noch zu. Unter dunklem Himmel dürfte der Komet noch wesentlich länger sichtbar gewesen sein. Am 24.7. war er im Berliner Stadtgebiet nur noch mit einem Feldstecher auffindbar, obwohl er erst am Vortag seinen erdnächsten Punkt durchlaufen hatte.

Komet NEOWISE am 24. 7. 2020, Foto: Guido Wortmann

Komet NEOWISE am 24.7.2020
Foto: Guido Wortmann

In der Folge bewegte er sich immer weiter westlich durch den südlichen Teil des Großen Bären und entschwand in dieser Zeit zunehmend unseren Blicken. Seine Rückkehr ins innere Sonnensystem wird um das Jahr 8942 erwartet.

Auch wenn C/2020 F3 (NEOWISE) nicht zu den "großen" Kometen gerechnet wird, wird er uns noch lange in Erinnerung bleiben, entschädigte er uns doch für eine lange kometare Durststrecke. Für den Autor dieser Zeilen war es der erste freisichtige Komet seit dem Helligkeitsausbruch von 17P/Holmes(5) im Jahre 2007.

Guido Wortmann

Weblinks:
1 https://de.wikipedia.org/wiki/C/2020_F3_(NEOWISE)
2 https://news.astronomie.info/sky202007/kometen.html#C2020F3
3 http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=252210
4 https://fg-kometen.vdsastro.de/koj_2020/c2020f3/20f3_aus.htm
5 https://de.wikipedia.org/wiki/17P/Holmes

 

Das internationale „Sternbedeckerforum“ ESOP

Die Beobachtung von Sternbedeckungen durch den Mond und durch die kleinen und großen Planeten hat auf unserer Archenhold-Sternwarte eine lange Tradition: Im Weltall veröffentlichte zum Beispiel F.S. Archenhold eine Serie von Fotos der Bedeckung von Mars durch den Mond, die am Großen Refraktor gewonnen wurden. Eines der Bilder vom 5.11.1924, dass Mond und Mars zeigt, sei hier wiedergegeben.

In den folgenden Jahren wurden regelmäßig Sternbedeckungen durch den Mond von Mitarbeitern des Hauses und an der Sternwarte beobachtende Amateure registriert.

Bedeckung des Mars durch den Mond, 5.11.1924, Archenhold-Sternwarte

Bild: Bedeckung des Mars durch den Mond, 5.11.1924, Archenhold-Sternwarte

Die Beobachtungen wurden bis 1979 an das Royal Greenwich Observatory (RGO) in UK und ab 1980 an das International Lunar Occultation Center (ILOC) gemeldet. Heute werden die Beobachtungen von der International Occulation and Timing Assoziation (IOTA) gesammelt. Die Europäische Sektion der IOTA, die IOTA/ES veranstaltet seit 1981 das European Symposium of Occultation Projects (ESOP). Diese Tagung wurde in vielen europäischen Ländern abgehalten. 1996 und 2011 war die Archenhold-Sternwarte Gastgeber der Tagung.
Bis heute ist Berlin ein Schwerpunkt dieser wissenschaftlich wertvollen Beobachtungen. Durch die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Covid-19 Virus konnte die Tagung 2020 nicht wie geplant in Freiburg/Br. stattfinden. Auch mit Unterstützung unserer Mitglieder in Berlin konnte die Tagung als Internet-Konferenz durchgeführt werden. Über 100 Zuhörer aus aller Welt verfolgten die Vorträge und Berichte. Zeitweilig hatte die Internet-Konferenz über 120 Teilnehmer. Es ist zu hoffen, dass die Tagung im kommenden Jahr als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Eingeladen haben für 2021 unser Nachbarland Polen und für 2022 Spanien.

Konrad Guhl

 

Erfahrungen beim Aufbau eines Autoguider-Systems für die Astrofotografie

Meine bisherigen Erfahrungen in der Astro-Fotografie beschränkten sich auf die Fotografie mit einer Spiegelreflexkamera und einem Objektiv mit maximal 200 mm Brennweite, zusammen auf einer EQ5-Montierung mit einer motorisierten Nachführung. Je nach Justage der Montierung und Position des zu fotografierenden Objekts hat mir dies Belichtungszeiten von maximal drei bis fünf Minuten ermöglicht, sodass ich schon länger darüber nachgedacht habe, mein Setup mit einem Autoguider zu erweitern, um somit längere Belichtungszeiten zu ermöglichen. Dabei hat mich immer der Gedanke gereizt, daran so viel wie möglich selbst zu bauen, die Mittel zu nutzen, die mir zur Verfügung stehen, und keine fertige, zu kaufende Lösung einzusetzen. Deshalb dachte ich darüber nach, die vorhandene Steuerbox der EQ-5 mit einem Mikrocontroller anzusteuern und als Guiding-Software ein Opensource-Programm zu nutzen, das als Standalone-Lösung auf einen Raspberry Pi eingesetzt werden sollte. Allerdings fehlte mir lange die Zeit dazu, dieses Projekt anzugehen. Als ich mich dann dazu entschieden habe, mir einen Fotonewton mit mehr Brennweite zuzulegen, war klar, dass ich dafür definitiv einen Autoguider benötige und ich habe daher meine ursprüngliche Idee wieder aufgegriffen und etwas angepasst umgesetzt.

Mein Setup sieht zur Zeit folgendermaßen aus:

  • Skywatcher N 150/750 PDS Explorer
    (PDS = Photo Newton mit Dual-Speed 1:10 OAZ)
  • EQ5-Montierung
  • AGHEQ5-Skywatcher Handbox mit ST4 AutoGuider Eingang
  • Skywatcher-Komakorrektor
  • Off-Axis-Guider-Adapter mit Canon-EOS Bajonett-Anschluss
  • ZWO ASI120MM Mini USB 2.0 Mono Guider Kamera
  • Canon EOS 450D
  • Raspberry Pi 3B+ mit 7 Zoll-Touchdisplay
  • PHD2 Opensource Autoguider Software

Als Computer für den Autoguider habe ich den Einsatz eines Raspberry Pis vorgesehen. Dieser ist ein Einplatinenrechner auf ARM-Basis mit einem vollwertigen Linux, einer großen Community, vielen Installationsanleitungen online und viel Hardware, mit dem der Raspberry Pi relativ einfach für eigene Zwecke erweitert werden kann. Zu dem kostet er nicht viel (ca. 40 €, allerdings bekommt man dafür nur die Platine ohne weiteres Zubehör wie z.B. Netzteil, SD-Karte, Tastatur). Wenn man noch nie einen Raspberry Pi eingesetzt hat, können noch weitere Kosten dazu kommen. Mit dem Raspberry Pi kann man so eine relativ günstige Standalone-Lösung umsetzen, allerdings funktioniert mein Setup genauso gut mit einem handelsüblichen Laptop. Besonders wichtig ist beim Einsatz eines Raspberry Pis darauf zu achten, dass die Stromversorgung auch für die angeschlossene und verwendete Hardware ausreichend dimensioniert ist.

Für meine Standalone-Lösung wollte ich den Raspberry Pi über ein Touchdisplay bedienen können, damit ich auf dem Feld nicht mit Tastatur und Maus arbeiten muss. Dafür musste ich das Interface und die Optik des Betriebssystems so anpassen, dass es mit dem Finger und auch nachts gut bedienbar ist. Im Internet habe ich ähnliche Projekte gefunden, die die Bedienung über ein Smartphone oder Tablet realisiert haben. Diese Lösungen funktionieren auch gut und vereinfachen vieles, da man so kein zusätzliches Display benötigt. Trotzdem wollte ich ein separates Display haben und da ich viel Spaß am Basteln mit Elektronik habe, habe ich noch eine Helligkeitsregulierung mit einem Arduino umgesetzt. Mit Hilfe zweier Knöpfe rechts vom Display kann ich die Helligkeit soweit runter regeln, dass ich nachts davon nicht geblendet werde.

Raspberry Pi mit Touch-Display, Foto: Alexander Görbing

Foto: Alexander Görbing

Als Autoguider-Software sollte ein Opensource-Programm wie PHD, LinGuider oder Ähnliches zum Einsatz kommen. Die meisten dieser Programme laufen problemlos auf gängigen Computern mit Windows oder Linux und unterstützen viele Kameras, Montierungen und weiteres Zubehör ohne etwas nachinstallieren zu müssen. Wenn man die Wahl beim System (PC, Laptop, Betriebssystem) und der Hardware (Kamera, Montierung, Zubehör) hat, sollte man sich vorher belesen, wie die Unterstützung der einzusetzenden Hardware bei den Programmen ist. Bei meinen Recherchen habe ich mit Erstaunen festgestellt, dass viele (semi)professionelle Sternwarten auch Opensource-Software benutzen, da diese auch die gängigen Astro-Hardware-Protokolle wie ASCOMM und INDI unterstützen, was eine Einbindung eigentlich jeder Hardware ermöglicht. Damit wäre es sogar möglich, über PHD eine gesamte Sternwarte zu automatisieren und so z.B. Kuppel, Montierung, Fokussierer, Filterrad, Kamera und weiteres Zubehör anzusteuern.

Ich entschied mich als Autoguider-Software für PHD2, da es trotz der vielseitigen Einsatz- und Einstellungsmöglichkeiten auch ein “push here dummy”-Guiding für Anfänger bietet. Es führt viele Kalibrierungen automatisch durch, mit denen es sich in den meisten Fällen schon sehr gut guiden lässt.

Die Software PHD2, Foto: Alexander Görbing

Foto: Alexander Görbing

Als Guiding-Kamera wollte ich erst eine alte Toucam einsetzen. Leider hat sich gezeigt, dass ohne viel Aufwand diese nicht am Raspberry Pi und mit PHD betrieben werden kann. Da ich mir zudem nicht sicher war, ob diese empfindlich genug ist, habe ich mich recht schnell für den Kauf einer kleinen ZWO ASI Kamera entschieden. Die ZWO ASI120MM Mini hat USB 2.0 (wichtig für den Raspberry Pi), verfügt für Guiding über einen ST4-Port und wird von PHD2 unter Linux am besten unterstützt.

Die Kamera wird über den ST4-Port mit der Handbox verbunden und übernimmt somit die Ansteuerung der Montierung mit den Befehlen, die über USB von PHD2 kommen. PHD2 unterstützt die Funktion auch schon von Hause aus. Bei der Konfiguration der Hardware kann man angeben, dass die Montierung an die Kamera angeschlossen ist und dann werden die Guidingbefehle über USB an die Kamera geschickt.

Die meisten Probleme auf dem Weg zur Astrofotografie mit Autoguider hatte ich tatsächlich bei Komakorrektor und Off-Axis-Guider. Ich entschied mich für den RCC 1 Komakorrektor von Baader mit dem dazu passenden Off-Axis-Guider. Da diese beiden Komponenten aufeinander abgestimmt sind bzgl. der Fokuslage, bin ich davon ausgegangen, dass ich keine Probleme mit dem Fokus bekommen werde und auch die Korrektur damit am besten sein wird. Leider bin ich mit dem Setup an meinem Skywatcher nicht in den Fokus gekommen. Im Nachhinein habe ich mit Baader herausfinden können, dass der Okularauszug an meinem Teleskop nicht weit genug an den Fangspiegel herankommt.

Meinen zweiten Versuch habe ich dann mit dem Komakorrektor von Skywatcher gemacht. Dieses Mal habe ich mir einen Off-Axis-Guider mit passender Dicke und einem Canon EOS Bajonett-Anschluss geholt. Mit diesem Setup war ich erfolgreich und konnte Guiding-Kamera und Spiegelreflexkamera in den Fokus bekommen. Allerdings befindet sich der Fokus immer noch sehr nah in Richtung Fangspiegel, weshalb der Okularauszug gute 5 cm weit in den Strahlengang hineinragt. Es ist unklar, warum Skywatcher den Fokuspunkt bei einem Fotonewton soweit hinein positioniert hat, aber ähnliche Erfahrungen haben auch andere Astrofotografen bei dem Teleskop gemacht.

Canon 450D mit Komakorrektor, Foto: Alexander Görbing

Foto: Alexander Görbing

Meine ersten Guiding-Versuche habe ich von Berlin aus in einer Kleingartenanlage in Karlshorst gemacht. Ich habe in zwei Nächten jeweils zwei Stunden nutzen können und habe mich die meiste Zeit mit Fokussieren, Justieren und Kalibrieren beschäftigt. Leider war die Transparenz schlecht und ich hatte sehr wenige Sterne zum Guiden gefunden. In der zweiten Nacht ist es mir aber gelungen in der Nähe von M51 einen Stern zu finden, an dem ich 30 Minuten am Stück guiden konnte. Es hätte bestimmt noch länger funktioniert, aber unter den Bedingungen in Berlin hat es keinen Sinn gemacht. Trotzdem konnte ich 5 Probeaufnahmen mit jeweils 4 Minuten Belichtungszeit machen. Beim Stacken hat mir Deep Sky Stacker angezeigt, dass ein Ausrichten der Bilder nicht notwendig ist (Korrektur um 0x0 Pixel und 0°). Somit war der erste Versuch mit dem Autoguider ein voller Erfolg!

Messier 51, Foto: Alexander Görbing

Messier 51, Foto: Alexander Görbing

Achtung: Für den Test wurden keine Darks, Flats, Bias etc. gemacht. Der Test war nur ein Proof-of-Concept. :)

Abgesehen von der Fokuslage und dem Okularauszug im Strahlengang bin ich schon sehr zufrieden. Das Autoguiding funktioniert und der Komakorrektor scheint auch gut zu arbeiten. Es gibt nur einige hellere unrunde Sterne, die neben den normalen Spikes durch die Fangspiegelspinne noch einen anderen Abbildungsfehler aufweisen, den ich dem hereinragenden Okularauszug zuschreiben würde. An der Stelle gibt es noch Nachbesserungsbedarf, der wahrscheinlich einen größeren Umbau am Teleskop bedeutet.

Nachtrag zum Okularauszug: Mittlerweile hat sich die Problematik mit dem Okularauszug wahrscheinlich selbst erledigt. Der originale Okularauszug des Skywatcher ist kaputt gegangen und beim Auseinanderbauen habe ich Teile der Rollenlager neben der Spiegelzelle gefunden. Deshalb habe ich mich dazu entschieden einen neuen Okularauszug von Omegon zu kaufen, der eine besonders flache Bauweise hat, sodass man problemlos mit Kamera und Zubehör in den Fokus kommen sollte und dabei trotzdem nicht in den Strahlengang hereinragt. Ein Test mit neuem Okularauszug steht allerdings noch aus.

Alexander Görbing

 

Jubiläen / Jahrestage

17. November 1970

Landung von Lunochod 1 (UdSSR) auf dem Mond, dem ersten ferngesteuerten Fahrzeug auf einem anderen Himmelskörper. Lunochod 1 arbeitete mehr als 11 Monate höchst erfolgreich (geplant waren drei), legte 10,54 km zurück, übertrug mehr als 20.000 Bilder, über 200 Panoramen und untersuchte über 500 Bodenproben. Die Batterien luden das Fahrzeug mithilfe von Solarzellen auf, die in den aufklappbaren Deckel integriert waren.

04. Dezember 1930

Postulierung des Elementarteilchens “Neutrino” durch den österreichischen Physiker Wolfgang Pauli (1900 – 1958). Nachgewiesen wurden Neutrinos erst 1956 am Los Alamos National Laboratory im Rahmen des „poltergeist projects“. Für die Erforschung der für die Kosmogonie und Teilchenphysik sehr wichtigen Neutrinos wurden bisher 4 Nobelpreise für Physik verliehen.

Aus Blick in die Sternenwelt 2020

 

Programme

Programmhefte Oktober - Dezember

Wie immer übersenden wir Ihnen an dieser Stelle die quartalsweise erscheinenden Programme von AStW und ZGP, dieses mal für die Monate Oktober bis Dezember 2020.

Sie finden die aktuellen Programme auch jederzeit auf den Webseiten der Stiftung Planetarium Berlin:
https://www.planetarium.berlin/archenhold-sternwarte#besucherinformationen
https://www.planetarium.berlin/zeiss-grossplanetarium#besucherinformationen

 

Die Newsletter des Fördervereins sind seit dem letzten Quartal 2 Ausgaben rückversetzt auch auf der Homepage zu finden. Somit sind die interessanten Texte, Fotos und Informationen allen Interessierten zugänglich.

 

Ausklang

Hoffentlich können wir am Ende dieses Jahres trotz aller Schwierigkeiten auf eine gelungene Jubiläumsveranstaltung und ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Wir wünschen, wie immer an dieser Stelle, frohe Feiertage am Jahresende und alles Gute bis zum Erscheinen unseres nächsten Newsletters im Jahr 2021.