Förderverein der Archenhold-Sternwarte
und des Zeiss-Großplanetariums Berlin e.V.

Blick in die Sternenwelt

Info · Print-Ausgabe ·  Update Jupiter-GRF November 2016 · Über die Ephemeriden des Kalenders

Blick in die Sernenwelt 2017
Ausgabe 2017

Der Kalender „Blick in die Sternenwelt“ soll den Freunden der Himmelskunde als kleines astronomisches Jahrbuch eine nützliche Hilfe bei ihren Beobachtungen sein. Er wendet sich in erster Linie an Beobachter, die mit bloßem Auge, Feldstecher oder kleinen Fernrohren das Geschehen am Sternhimmel verfolgen. Als Hilfsmittel für Astronomiekurse an den Schulen und Gymnasien sowie in Volkssternwarten kann der Sternkalender das grundlegende Zahlenmaterial für Beobachtungen liefern.

Der traditionelle Sternkalender hat 52 Seiten. Dabei soll es auch bleiben. Die eine oder andere zusätzliche Information ist an dieser Stelle zu finden, die den Rahmen des gedruckten Heftes gesprengt hätte.
Schauen Sie immer wiedermal hier rein; diese Seite wird immer wieder aktualisiert.

Inhalt der Print-Ausgabe 2017

  • Sternkarten der Äquatorzone
  • Monatstabellen
  • Uranus und Neptun
  • Heliozentrische Planetenbewegung (Grafik)
  • Kleine Planeten Vesta und Iris
  • Zwergplanet Pluto, Kometen
  • Finsternisse
  • Helle Sternbedeckungen durch den Mond
  • Sternbedeckungen durch Kleinplaneten
  • Zeitgleichung
  • Sternzeit
  • Jupitersatelliten und ihre Erscheinungen
  • Großer Roter Fleck des Jupiters
  • Saturnsatelliten
  • Astronomische Gedenktage
  • Meteorströme

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Jupiter - Update Großer Roter Fleck System II 2016/2017
Der Große Rote Fleck (GRF) gehört zu den leicht beobachtbaren Details auf dem Jupiter. Wegen der schnellen Rotation des Planeten ist der GRF nur für einen Zeitraum von ±1h um seinen Durchgang durch den Zentralmeridian beobachtbar. Der GRF rotiert mit dem System II, driftet allerdings in Länge meist um 12°..17°, zurzeit etwa 21° pro Jahr nach Westen. Für eine Abschätzung der Sichtbarkeit genügen folgende Näherungswerte seiner Länge im System II:
I. Quartal 2017: 263°; II. Quartal: 268°; III. Quartal: 273°; IV. Quartal: 279°.
Durch Beobachtungen wird die tatsächliche Position des GRF ermittelt und in jupos.org (--> externer link) veröffentlicht. Aktualisierungen der obigen Werte gibt es hier, wenn sich der Große Rote Fleck anders bewegt wie zurzeit erwartet.

Geozentrische und topozentrische Ephemeriden, UT versus TT

Lange Zeit wurden in diesem Kalender geozentrische Ephemeriden auf Zeitbasis Terrestrische Zeit (TT) gegeben. Auf dieser Basis kann man hoch genaue Zeiten astronomischer Ereignisse für Jahre im Voraus rechnen. Frühere Software ließ dem Nutzer keine Wahl - sie gab nur diese Werte aus.
Diese Daten haben aber zwei Nachteile: Da wir nicht vom Erdmittelpunkt aus beobachten, ergeben sich abweichende Daten für den tatsächlichen Beobachtungsort auf der Erdoberfläche. Auch muss man den Bezug zur Terrestrischen Zeit immer erst herstellen, also umrechnen.
Der "Sternkalender" ersetzt nicht den "Astronomical Almanac", sondern er ist ein kleines Handbuch für Nutzer kleiner Teleskope, das für den Großraum Berlin genaue Daten liefert. Die angegebenen Koordinaten sind meist auf die zehntel Bogenminute genau - so genau kann man kaum ein Teleskop einstellen. Der Bezug auf unsere Mitteleuropäische Zeit (MEZ) birgt so geringe Unsicherheiten (unter 1 Zeitsekunde), dass diese Fehler weit unter der Genauigkeitgrenze der Zahlenwerte des Kalenders sind.
Seit 2015 werden die Ephemeriden als scheinbare topozentrische Daten, bezogen auf MEZ, angegeben - diese Werte stellt man tatsächlich ein.
Hintergrund: Rechenprogramm für die Angeben in den Monatstabellen ist der "Multiyear Interactive Computer Almanac" vom US Naval Observatory. MICA verwendet eine Delta-T-Vorhersage, die vom tatsächlichen Wert von Delta-T nur um wenige zehntel Sekunden abweicht. Die in UT oder MEZ ausgegebenen Ephemeriden weichen daher um diesen Betrag von der Wahrheit ab. Doch das liegt um den Faktor >10 unter der Tabellengenauigkeit des Kalenders.

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